AD(H)S

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität -kurz AD(H)S- ist keine Krankheit wie Masern oder Mumps, die man eindeutig nachweisen oder ausschließen kann. AD(H)S hat eher Ähnlichkeit mit Übergewicht oder Bluthochdruck. Wenn man davon zuviel hat, wird es kritisch. AD(H)S wird dann behandlungsbedürftig, wenn die Ausprägung der Symptome zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Leistungsbereich und Sozialbereich führen, der Betroffene darunter leidet oder gar weitere psychische Störungen (Suchtgefahr, Depressionen, Agressivität) die Folge sein könnten.

 

Klassische Symptome von AD(H)S sind:

  • Aufmerksamkeitsschwäche
    Aufgaben werden selten beendet, leichte Ablenkbarkeit auch bei kleinsten Reizen, häufiges Wechseln der Tätigkeiten, "Träumen", gedankliches Abschweifen

     
  • Impulsivität:
    Neigung zu agressivem, lautem, sehr ruppigem Verhalten, Schwierigkeiten eigene Gefühle zu regulieren (Frustration, Trauer, Freude)

     
  • Hyperaktivität, motorische Unruhe:
    permanente körperliche Unruhe, kann nicht/schwer still sitzen, es werden ständig Gegenstände in die Hand genommen, Neigung zu sehr "tollpatschigem" Bewegungsmuster, fällt hin, übersieht Hindernisse

 

Befunderhebung in der Ergotherapie:

Bei Verdacht auf AD(H)S kann in meiner Praxis eine erste Befunderhebung stattfinden. Spezielle Testungen der Aufmerksamkeitsbereiche, Befragungen des Kindes und der Eltern, Beobachtungen und Analyse des Verhaltens im Schulunterricht und bei den Hausaufgaben, Gespräche mit Erziehern und Lehrern liefern erste Anhaltspunkte, ob AD(H)S vorliegen könnte oder nicht. Zu weiteren Absicherung und endgültigen Diagnose wird dann entsprechend an Kinder- und Jugendpsychiater oder Sozialpädiatrische Zentren verwiesen werden.

 


Chance in der Ergotherapie:

Ergotherapie wird immer häufiger als erste Maßnahme nach Diagnosestellung bzw. Verdacht verordnent. Sie kann aber auch ergänzend zu anderen Therapiemaßnahmen genutzt werden. Elterntraining, familientherapeutische Maßnahmen, Psychotherapie, die Beratung von Kindergarten/Schule und/oder medikamentöse Behandlung sind i.d.R. notwendig. Absprache und Zusammenarbeit mit dem verordnenden Arzt sind dringend erforderlich.

Mit Hilfe von Ergotherapie werden durch gezielte Maßnahmen (z. B. NeurofeedbackVerhaltenstherapie und Viedeoanalyse nach dem Intra-Act-Plus-Konzept) Strategien zur Verbesserung von Handlungsfähigkeit und Eigensteuerungerarbeitet.  Impulsivität und motorische Unruhe werden reduziert.  Ergotherapie bietet ein sehr gezieltes, alltagsorientiertes und ganzheitliches Konzept.